WORKSHOPS      

 

Workshop I: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Maria de Alvear, Köln, D
Der Ton aus der Stille.
“Der innere Garten”.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie Innenwelten und Aussenwelten sich ergänzen und miteinander kollidieren, sich ausbreiten oder sich verschliessen, wie verschiedene Völker damit umgehen, wie verschiedene Religionen damit umgehen, wie verschiedene Kunstmanifestationen damit umgehen. Das hermetische Prinzip, wie innen so aussen, wie oben so unten, wie gross so klein, ist eines der Beispiele, wie Menschen versucht haben, die Existenz zu erklären. Von der indischen Drupad-Raga-Gesangstradition bis hin zur Neuen Musik in Deutschland sind Stimme und Kompositionstechniken in den letzten siebentausend Jahren sehr spannende Wege gegangen.
Die innere Wahrnehmung nicht nur als Interpret sowie die äussere Wahrnehmung, die innere Architektur sowie die äussere Architektur sind Thema meines Workshops. Die Besprechung von Positionen, die vom indischen Brahmanismus bis hin zur Philosophie der Dekonstruktion, von der Postmoderne bis hin zu Spektralkomposition, von Algorithmischen Kompositionstechniken bis hin zur freien Interpretation, von westlicher Kultur und anderen Zivilisationen, die Erstellung von Kosmogonien zum Nachdenken in anderen Kategorien.
Improvisationstechniken mit Hilfe der Stimme und des Klaviers so wie verschiedenen Übungen, um erweitertes Bewusstsein zu trainieren, sind Bestandteil des praktischen Teils meines Workshops.
Der Workshop ist offen für all diejenigen, die sich dafür interessieren (auch Menschen, die sich nicht mit Musik beschäftigen).


Workshop II: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Monika Klingler, Zürich, CH
KÖRPERTEILE
Improvisation, Fragmentation.
Bewegungs-Improvisation mit Schwerpunkt auf einzelnen Körperteilen.
Spielerisches Herauslösen einzelner Glieder aus den gewohnten Hierarchien und Rollen heraus.
Ihren ganz eigenen Empfindungsmöglichkeiten und Sprachen Raum geben .
Ein sich dem Da-Sein, Körper-Sein, Im-Körper-Sein stellen.


Workshop III: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Stephan Wittwer, Zürich, CH
Elektroakustische Schallwerkstatt.
Schlagwörter

Live Electronics, Cry Baby, Unit Generators, Acid Filter, Kopfabstandverzögerung, Function Calls, Noise, Röhrenverzerrung, Dub Delay, bipolare / unipolare Amplitudenmodulation, Big Muff, Schwebungssummer, Native oder DSP, Kathodenstrahloszilloskop, Waveshaping, Rückkopplung...
analog, digital, hi tech, lo tech.
Fragen
Sind Sie Modulatorin oder Carrier, Transformator oder Generatorin? Beides? Unsicher? Zusehen?
Sind Sie interessiert an Echtzeitveränderungen Ihrer Instrumental- oder Vokalklänge? Modulation Synthesis?
Machen Sie elektronische Musik und sind Sie der starren Samples und müden Oszillatoren überdrüssig? Möchten Sie "live input"?
Existiert Granularimprovisation? Oder "Real Time Convolution-Zusammenspiel"? Swingt das? Rockt das? Oder chillt es?
Hat Xenakis etwas mit dem "Texas-Chainsaw-Massacre" zu tun?
Geht es hier um Klang-Veränderung oder gar -Beschädigung? Und wozu?
Erfahrungsaustausch
Mit Ihnen und Stephan Wittwer


Workshop IV: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Helmut Bieler-Wendt, Karlsruhe, D
Der Sprung ins Leere.
“Wenn Dein Bogen zerbrochen ist, und Du hast keine Pfeile mehr, dann schiesse, schiesse mit Deinem ganzen Sein.”
Bezogen auf die Thematik meines Seminars will ich versuchen, die jeweilige Tagesthematik in exemplarischen Übungen zu konkretisieren, um dann mit der entstehenden Gruppe am Ende der Tagung möglicherweise eine kleine Aufführung zu konzipieren. Für alle Instrumente. Deren Beherrschung ist von Nutzen, aber nicht Bedingung für die Teilnahme. Dankbar wäre ich zudem für Teilnehmer der Sparten Literatur, Theater, Tanz/Bewegung, Bildende Kunst etc.


 

Workshop V: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Valie Export, Wien, A und Ingrid Wiener, Dawson City, Can
Improvisation in der Sprache.
Auf der Suche nach dem Schnittpunkt von KUNST und GLOSSALIE.
Anhand von Audio- und Videobändern wollen wir zeigen, wie z.B. der LAUT zum LAUTGEDICHT wird. Wir experimentieren mit Sprachlauten, um hinter ihr ästhetisches Geheimnis zu kommen. Inwieweit spielt der Zufall eine Rolle in der Kunst der Laute.
Ist ein CADAVRE EXQUIS vorprogrammiert durch den Bildungsstand der Teilnehmer? Wodurch entsteht das ästhetische Wohlbefinden beim Anhören von Wortfolgen, die eigentlich keinen Sinn ergeben? Ist das Sprechen in den “ZUNGEN DER ENGEL” - eine Sprachvariation der christlichen Fundamentalisten - ein ästhetisches Phänomen? Ist Improvisation notwendig, um eine ästhetische Spannung aufzubauen? All diesen Fragen wollen wir in unserem Workshop auf den Grund gehen.


Workshop VI: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

George Lewis, Dan Diego, USA
In diesem Workshop werden verschiedene Methoden und Problemstellungen im Zusammenhang mit interaktiver, kollektiv orientierter "real-time music" (Improvisation) untersucht. Wichtige Aspekte dieser Musik sind: verschiedene Raum- und Zeitvorstellungen, Energie-Fluss, Einfühlungsvermögen und persönliche Vorbereitung.
George Lewis sieht Musik als Teil eines umfassenden Dialogs, der Paradigmen wie Technologie, Rasse, Geschlecht reflektiert. Die grosse Frage nach der Repräsentationsfunktion von Musik läuft immer im Hinterkopf mit.
("Wir befinden uns in einer postkolonialen Ära. Was hat Musik dazu zu sagen?")


Workshop VII: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Pierre Favre, Zürich, CH
Improvisation - warum?
Improvisation lehrt: sich hörend musikalisch zu verhalten.
Kein Thema ist schwerer zu behandeln als kein Thema.
Wir werden in verschiedenen Besetzungen frei improvisieren, vom Solo bis zur vollen Besetzung.
Selbstverständlich werden auch gewisse Fragen besprochen.
Es werden keine besonderen technischen oder theoretischen Kenntnisse verlangt.
Dies ist nicht nur ein Kurs für Schlagzeugerinnen oder Schlagzeuger allein, er ist für alle Instrumente oder Stimme gedacht.


Workshop VIII: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Hans Koch, Bienne, CH
Wir beschäftigen uns vor allem mit der freien Improvisation. In kleinen Gruppierungen werden schnelle musikalische Reaktionen erarbeitet.
Daneben werden aber auch kleine Konzepte oder einfache musikalische Vorgaben erarbeitet, die geeignet sind, der freien Improvisation eine Struktur zu geben (z.B. durch einen zeitlich vorgegebenen Ablauf oder mit einer einfachen grafischen “Partitur”). Ein weiteres Arbeitsfeld wird sein, mit selbst erarbeiteten Handzeichen (Dirigiersprache) zu versuchen, Improvisationen zu leiten.
Der Workshop ist für fortgeschrittene Musiker und Musikerinnen gedacht.


Workshop IX: Di - Sa, 8. - 12. Oktober

Lauren Newton, Tübingen, D
Vokal-Workshop zu Wahrnehmung und kreativem Umgang mit Zeit, Tönen, Geräuschen, Melodien...
Wir arbeiten in den Bereichen Stimmbildung, Atemtraining und vokale Ausdrucksmöglichkeiten; auch erweiterte Gesangstechniken. Die hier gewonnenen Erfahrungen können direkt in freie Improvisation umgesetzt werden, was auch für Instrumentalisten wertvoll ist. Individual- und Gruppenklang; Töne, bzw. Geräusche; Melodien, Sprache, und auch Unerwartetes im musikalischen Prozess - alle diese Aspekte werden vor dem Hintergrund von freier und festgelegter Improvisation untersucht.
Unkonventionelle musikalische Formen vertiefen die individuelle Entscheidungsfähigkeit im Improvisationsprozess. Das Hören und Wahrnehmen wird erweitert, spontane, kreative Gedanken werden freigesetzt.