SEMINARE

 
 

Seminar I: Di/Mi, 2./3. Oktober

Vincent Barras, Genf, CH

 

Seminar IV: Di - Sa, 2. - 6. Oktober

Helmut Winter, Zürich, CH

 
 

Seit einigen Jahrzehnten verwischen sich die so klar gezogenen Grenzen zwischen den verschiedenen künstlerischen Bereichen. Das Aufbrechen des Literarischen hin zum Klanglichen, wie es seit den Dadaisten und den Futuristen festgestellt werden kann und sich seit den 50er Jahren mit der Verbreitung der Tonmanipulations- und Tonaufnahmetechniken verstärkt hat, trifft mit den Bemühungen gewisser Musiker zusammen, sich die Sprache in all ihren Erscheinungsformen anzueignen. Die so skizzierte “neue Verbindung" ist gekennzeichnet durch die neuartige Verwendung der Stimme und des Körpers. Diese Situation zwingt uns, die traditionellen Begriffe des “Geschriebenen" und des “Improvisierten" neu zu definieren.


Seminar II: Di - Sa, 2. - 6. Oktober

Hansjörg Pauli, Orselina, CH
Information: Improvisation versus Konstruktion
Es sind nicht mehr die Texte, die ihren Sinn in sich tragen, sondern die Kontexte, die den Sinn der Texte bestimmen. Notizen zum dokumentarischen Film. Plädoyer für einen dokumentarischen Hörfunk. Luc Ferrari: “Collection de petites pieces." Gemeinsam mit Klaus-Ernst Behne: “Meshes of the Afternoon" , ein Film, unterschiedliche Musiken; “Vom Ansagen, Vorsagen, Durchsagen, Aufsagen und Absagen", eine Musik, unterschiedliche Präsentationen. Das Improvisationsprojekt AK. Metasprachen.


Seminar III: Di - Sa, 2. - 6. Oktober

Felix Thürlemann, Konstanz, BRD
Gelenkter Zufall: der Prozess des Malens
Gegenstand des Seminars sind sprachliche Zeugnisse, Photographien und vor allem Filme, die den komplexen Prozess des künstlerischen Schaffens in der Moderne dokumentieren. Die Dokumente der Werkgenese sind gleichzeitig Selbstdarstellungen, in denen das künstlerische Individuum vorerst als gottgleiches, überlegenes Schöpfergenie (Picasso bei Clouzot), schliesslich immer häufiger als blosser Verbündeter des Zufalls erscheint (Pollock bei Namuth).

 

Architektur und Improvisation - Raum für uneingeschränktes Leben
Das Seminar geht auf die Bedeutung des architektonischen Raumes für die freie, spontane, eventuell “improvisierte" Beziehungsaufnahme zwischen Menschen ein. Die Ziele einer “humanen" Architektur entsprechen den Zielen, die “Improvisation" in der Musik verfolgt. Allerdings widersprechen die Bedingungen, unter denen Architektur produziert wird, sowie die geltenden Architekturtheorien diesen Ansprüchen: “Improvisation" wird von Architekten gerne verkürzt auf ein “formales" ästhetisches Konzept. Im Seminar soll architektonisches Wissen für die Musik und Musikwissen für die Architektur fruchtbar gemacht werden.


Seminar V: Di, 2. , Do/Fr, 4./5.
Oktober

Hans Wüthrich-Mathez, ArIesheim, CH
Aspekte der Stimmimprovisation
Ich möchte Materialien zu folgenden Themen vorstellen und besprechen:
Die Artikulationsorgane als Musikinstrument – Lautsymbolik, Psychophonetik – “Sprachliches" in improvisierter Musik - Zusammenhänge zwischen innerer Haltung, Empfindung, lautlicher Äusserung und Körperbewegung – Rückkopplungseffekte - stimmlicher und körperlicher Gestus – Darstellung, Identifikation, Exhibition – sprachliche Improvisation.


Seminar VI: Di - Sa, 2. - 6. Oktober

Beat Wyss, Zürich, CH
Die Gesetze der Improvisation - philosophische Einfälle zu einer Ästhetik der inneren Notwendigkeit

Welche unwillkürliche Energie lässt Kunst entstehen? Das Seminar skizziert einige Theorien der klassischen Moderne zum Trieb und zum Unbewussten:
1. Das Dionysische (Nietzsche)
2. Wille und Vorstellung (Schopenhauer)
3. Jenseits des Lustprinzips (Freud)
4. Die Trompeten von Jericho (Der Blaue Reiter)
5. Schlussdiskussion, improvisiert.